AIS

Ausrüstungsverpflichtung?

Der Einsatz von AIS ist nach geltendem europäischen Recht noch nicht verbindlich. Dass diese Verpflichtung kommen wird, zeichnet sich aber ab. Die Kommission für die Rheinschifffahrt hat bereits die Modelle und Einbaufirmen zugelassen.

Wie steht Europa hierzu?

Die Europäische Union hat 2005 eine Richtlinie über harmonisierte Binnenschifffahrtsinformationsdienste (RIS) auf den Binnengewässern der EU verabschiedet. Die RIS-Dienste beinhalten ein Paket elektronischer Dienste, die den Informationsaustausch zwischen Land und Schiff modernisieren. Mit den River Information Services können Informationen über und mit Schiffen in ganz Europa in standardisierter Form ausgetauscht werden, beispielsweise über ihre Ladung und Route. Dies macht den Binnenschifffahrtsverkehr in ganz Europa sicherer, effizienter und schneller.

Die europäische Richtlinie schreibt die verbindliche Einführung von AIS nicht formal vor, verlangt aber, dass die Mitgliedstaaten Transponder nach dem Inland-AIS-Standard einsetzen, wenn sie die automatische Anmeldung von Schiffen in ihrem Wasserstraßennetz einführen. Inzwischen hat die Europäische Union auch technische Spezifikationen für Inland AIS herausgegeben, d. h. für das System, das in der Binnenschifffahrt Verwendung findet.

Rheinschifffahrt

Wie die Europäische Kommission schreibt auch die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR) den Binnenschiffen vorläufig nicht zwingend vor, AIS an Bord einzusetzen. Dies wird sich frühestens ab dem 31. März 2011 ändern.

Die ZKR hat allerdings ein überaus wichtiges Protokoll (Protokoll 24) zur Nutzung von AIS genehmigt. Hierin ist festgelegt, dass Unternehmer bei der Einführung von AIS künftig strenge Kriterien befolgen müssen. Diese Kriterien betreffen sowohl den Erwerb und Einbau als auch die Nutzung der AIS-Geräte. Seit dem 1. April 2008 dürfen nur noch AIS-Geräte eingebaut werden, die dem Teststandard entsprechen. Auch die Einbaufirmen müssen vorher von einer offiziellen Zulassungsstelle anerkannt sein.

 

Antwerpen ab 1. Januar 2012

Der Städtische Hafenbetrieb Antwerpen führt am 1. Januar 2012 das AIS-System für die Binnenschifffahrt ein. Die Nutzung von AIS ist dann im gesamten Hafengebiet Pflicht. „Inland AIS versetzt alle Beteiligten in eine Win-Win-Situation“, erklärt Pascale Pasmans. „Die Binnenschiffe können sicherer navigieren und die Hafendienste, die die Schiffe begleiten, können gezielter eingreifen.“

„AIS kommt der Sicherheit im Hafen auf jeden Fall zugute. Mit den AIS-Daten der Binnenschiffe können wir die Verkehrsströme besser und sicherer lenken. Das tun wir auch jetzt schon mit den Daten der Seeschiffe, die allesamt AIS an Bord haben müssen. Mit den Informationen, die wir über AIS empfangen, können wir die Infrastruktur noch besser nutzen. So können wir die Liegeplatzverwaltung effizienter gestalten und den Schleusenbetrieb optimieren.“

Die verbindliche Einführung von AIS soll auch das Barge Traffic System verbessern. Mit dieser Online-Anwendung verwaltet der Antwerpener Hafenbetrieb Schiffe und Terminals, erstellt eine Terminalzeitplanung und verfolgt genauestens die Route der Schiffe. „AIS liefert uns zusätzliche Informationen, um noch präziser zu arbeiten. Somit dürften auch die Warenströme gezielter abgewickelt werden.“

Die Hafenbetriebe Gent, Zeebrugge und Oostende haben noch kein Datum für die obligatorische Verwendung von AIS-Systemen in der Binnenschifffahrt festgelegt.

Auf der Donau obligatorisch: in Österreich und Ungarn

Seit dem 1. Juli 2008 müssen Binnenschiffe auf dem österreichischen Abschnitt der Donau (der Abschnitt zwischen km 1880.200 und 2199.300) zwingend mit AIS arbeiten. Schiffe, die kein AIS-Gerät an Bord haben, können gegen Kaution einen AIS-Transponder mieten.

Im ungarischen Teilabschnitt der Donau wird die AIS-Pflicht in Phasen eingeführt. Zwischen den km-Punkten 1811 und 1433 gilt diese Pflicht ab dem 1.7.2011 für ungarische Schiffe und ab dem 1.1.2012 auch für alle anderen Schiffe.

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